Normalbetrieb
Der Normalbetrieb in einem Bioenergiedorf ist im Leitfaden anhand des Beispiels Jühnde dargestellt.
Die gesamte Bioenergieanlage in Jühnde besteht aus folgenden Bestandteilen:
- Biogasanlage mit 700 kW Leistung (entspricht mehr als 200 % des Strom- und 65 % des Wärmebedarfs des Dorfes)
- Holzhackschnitzelheizwerk mit 550 kW Leistung (deckt bis zu 35 % des Wärmebedarfs des Dorfes)
- Heizölkessel mit 1.600 kW Leistung für extreme Kälteeinbrüche und den Fall, dass die beiden Bioenergieanlagen ausfallen
- 5,5 km Nahwärmenetz
Die Betreibergesellschaft in Jühnde ist eine Genossenschaft, die "Bioenergiedorf Jühnde eG", an der sich jeder Bürger mit einer Mindesteinlage von 1.500 Euro beteiligen konnte. 190 Mitglieder, darunter alle 140 wärmeabnehmenden Haushalte sowie sieben Jühnder Landwirte, die Kirche und die Gemeinde, sind Mitglied. Die Rechtsform der Genossenschaft sieht dabei vor, dass jedes Mitglied unabhängig von der Höhe der finanziellen Einlage nur eine Stimme hat.
Für den Energiepflanzenanbau werden 30 Prozent oder knapp 300 ha der landwirtschaftlichen Flächen der Jühnder Feldmark gebraucht. Hinzu kommt die Gülle von 800 Großvieheinheiten (Milchkühe, Nachzucht, Rinder, Schweine)
Insgesamt zahlt die Betreibergenossenschaft 350.000 Euro pro Jahr für die Rohstofflieferung; Geld, das in der Region bleibt.
Informationen zum Bioenergiedorf Jühnde sind auf der Seite der Jühnder Genossenschaft unter www.bioenergiedorf.de und der Seite der "Projektgruppe Bioenergiedörfer" an der Georg-August-Universität Göttingen unter www.bioenergiedorf.info zusammengestellt.







