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Wege zum Bioenergiedorf - Ein Leitfaden

Entscheidend für Kommunen, die sich auf dem Weg zum Bioenergiedorf machen wollen, ist , dass sowohl die Bewohner, die Land- und Forstwirte wie auch die kommunalen Vertreter von der Idee überzeugt sind. Denn die größten Hindernisse ergeben sich in der Regel nicht aufgrund der technischen Umsetzbarkeit oder der Verfügbarkeit von Biomasse, sondern vielmehr aufgrund von Informationsdefiziten und Vorbehalten in der Bevölkerung. Die Dorfbewohner sind es, die als Wärmekunden und/oder Anlagenbetreiber von dem Projekt überzeugt sein müssen.

Das Interdisziplinäre Zentrum für Nachhaltige Entwicklung (IZNE) der Universität Göttingen hatte 1999 das Projekt Bioenergiedorf initiiert, bei dem ein Dorf modellhaft seine Strom- und Wärmeversorgung weitgehend auf Bioenergie umstellen sollte. In Form eines Aktionsforschungsprojektes wurde der gesamte Umstellungsprozess insbesondere auch im Hinblick auf die sozialen Aspekte begleitet.

Als künftiges Bioenergiedorf wurde nach einem einjährigen Auswahlprozess schließlich der Ort Jühnde im Landkreis Göttingen ausgewählt, der heute als "Deutschlands erstes Bioenergiedorf" bundesweit bekannt ist. Die Ergebnisse dieses Prozesses sind in dem Leitfaden "Wege zum Bioenergiedorf", 2008 von der FNR herausgegeben, als praxisnahe Handlungsanweisungen zusammengefasst.

Die Autoren beschreiben nachvollziehbar und anschaulich den kompletten Weg zum Bioenergiedorf. Der Leser erfährt nicht nur, wie man vorgeht, sondern auch, warum bestimmte Aspekte bei der Planung relevant sind. Der Fokus liegt nicht vordergründig auf technischen, sondern auf sozialen, ökonomischen, rechtlichen und landwirtschaftlichen Aspekten. So werden auch Konzepte für einen Natur schonenden Anbau der Biomasse vorgestellt. Zahlreiche Beispiele aus der Praxis runden den Leitfaden ab und machen ihn zu einer fast unentbehrlichen Hilfe auf dem Weg zum Bioenergiedorf.

In diesem Menübereich sind ausgewählte Aspekte des Leitfadens zusammengefasst. Den vollständigen Leitfaden sowie hilfreiches Arbeitsmaterial können Sie im Bereich Literatur bestellen oder herunterladen.

Im Leitfaden wird davon ausgegangen, dass das Bioenergiedorf so wie in Jühnde seine Energie aus einer Biogasanlage und einem Holzhackschnitzelheizwerk bezieht, den Strom in das vorhandene Netz des regionalen Stromversorgers eingespeist und die Wärme über ein Nahwärmenetz im Ort verteilt. Auf diese Anlagenkonstellation beziehen sich alle Angaben.